Ich bin in den letzten Tagen mal wieder in England gewesen. Und nachdem die Leute vom Eurotunnel so furchtbar claver waren, einen brennenden Zug in einer der beiden Tunnelröhren ausbrennen zu lassen, musste ich meine Reiseplanungen dahin gehend ändern, wieder mit dem Auto zu fahren.
Ich bin die bewährte Route über die E 40 gefahren, über den Nordwestring Giessen und über Liège. Der Haken an Letzterem ist das Kreuz zwischen den Autobahnen A 3 (E 40), A 15 (E 42) und A 602 (E 25) im Nordwesten der Umfahrung Liège. Eigentlich ist es kein Kreuz in dem Sinne. Es gibt in keiner Richtung eine durchgehende Hauptfahrbahn. So schön es auch durchaus ist, dass alle Fahrbeziehungen mit direkten und halbdirekten Rampen realisiert wurden, so dämlich sind die Fahrbahnteiler und -zusammenführungen.
Warum ich darüber schreibe ist ganz einfach. Ich hab schlicht und ergreifend die Abzweigung Richtung Bruxelles verpasst und hab eine gefühlete Viertelstunde gebraucht, um wieder zurück auf den rechten Weg zu gelangen. Wie ich im Nachhinein aber fest stelle, hab ich sogar den kürzest möglichen Weg gefunden, um dann doch noch weiter nach Bruxelles fahren zu können.
Das Hässliche an dem Knotenpunkt ist nicht nur die Lage der Rampen zu einander. Man fährt im Prinzip fast immer Richtungs-treu. Vor allem die Zuordnung der Fahrspuren und die Länge des Sortierbereiches vor dem Kreuz ist sehr mangelhaft gelöst. Mir scheint es so, als bestünde dort die grosszügige Lösung aus den 1960er oder 70er Jahren fort. Doch mittlerweile sollte man ja wohl mal erkannt haben, dass die Verkehrsströme etwas anderes verlangen.
Wer sich mal die Mühe macht und das Satelitenbild etwas näher ran zoomt, sieht, dass aus Richtung Aachen kommend die zwei linken Fahrspuren nach Liège hinein links abzweigen und nur die rechte Spur weiter nach Namur und Bruxelles führt. Nur dort fährt der Grossteil des Verkehrs hin.
Zu allem Überdruss ist die Beschilderung des Knotenpunktes eine Katastrophe. Ich hab in der Fahrtrichtung keine Bilder gemacht. Aber so viel sei gesagt, die Schilder sind mit Informationen überfrachtet, es wurden nur Richtungs-bezogene Wegweiser auf beiden Seiten der Fahrbahn aufgestellt, obwohl dort dringend Fahrstreifen-bezogene Wegweiser über der Fahrbahn nötig wären. Die Wegweiser weisen auch nicht rechtzeitig auf eine Fahrbahnteilung hin.
Alles in allem ist es sehr ärgerlich. Ich kann und will mich auch nicht raus reden. Ich bin dort oft genug lang gefahren und hatte zuvor immer den richtigen Weg gefunden. Und hätte es eigentlich wissen müssen, dass ich mich ganz rechts halten muss. Aber ich kann mir vorstellen, dass ich nicht der Erste war, der dort an der entscheidenden Abzweigung vorbei fuhr.
Was man besser machen kann, ist die Aufteilung der Fahrstreifen und natürlich die Beschilderung. Aber Letzteres kann man wohl in ganz Belgien besser machen.